11.2.2017    31

TOTSCHLAG-ARGUMENT KNIPSEREI

11. Februar 2017 | Blog

Mit diesem sehr textlästigen Beitrag möchte ich heute ein spezielles Thema ansprechen. Sicherlich ein Thema, welches in vielen Foren und Blogs hart diskutiert wird. Und es wird sich nur um Text handeln, kein Foto. Ja, man kann sich auch mal ohne cooles Video und bunte Fotos mit Fotografie beschäftigen. Es geht um „TECHNISCHEN FORTSCHRITT“. Auf der einen Seite wird technische Entwicklung gefordert, auf der Gegenseite wird ganz oft dieser selbe Fortschritt hart kritisiert und angegangen.

Zu diesem Beitrag hat mich übrigens auch eine aktuelle Forendiskussion bewegt. Wo sage ich nicht, nur soviel: Es ging dabei um das Fokussieren mit Hilfe der Gesichtserkennung bzw. FaceDetection. Und unter anderem wurde auch Bezug genommen auf unseren Crashkurs Portrait. Im Crashkurs selbst erklären wir Viviana den Spot-Fokus, aber sagen eben auch, dass bei den meisten Portraits die FaceDetection besser und sinnvoller ist.

Und sofort ist es da… das Totschlagargument…

DAS IST KEINE FOTOGRAFIE MEHR…

Wer nicht mehr selbst fokussiert, der würde auch nicht fotografieren. Das Argument gibt es aber auch öfters. Und immer wieder wird es aus der obersten Schublade genommen, wenn eine neue, modernere Technik dem Fotografen etwas Arbeit abnimmt. Gegen eine derartige Anschuldigung kann man schwerlich argumentieren. Was soll man auch schon sagen? Schließlich greift das Argument ja auch auf einer subjektiven Ebene an: Am Fotografen-Stolz. Wenn man die Kamera etwas machen lässt, dann ist das nicht mehr Fotografie. Es geht so etwas in eine argumentative Richtung als ob man kein guter Autofahrer sein könnte, wenn man nicht selbst Zwischengas gibt. Automatik ist was für Weicheier??? Ich möchte mich auch gar nicht auf irgendwelche Argumentationen einlassen. Soll jeder selbst denken und fühlen und handeln und fotografieren, wie er möchte. Was mich so richtig nervt ist die Tatsache, dass gerade in Foren und Blogs Fotografen indoktriniert werden. Und ich finde, das schadet der Fotografie. Denn da geht es eigentlich nur um das Ergebnis und nicht darum auf welche Weise es entstanden ist. Wobei ich eben oft das Gefühl habe, dass es vielerorts mehr um das Entstehen als das Ergebnis geht.

Autofokus

Das Argument mit dem Autofokus ist auch deswegen so sinnlos, weil FaceDetection bei den meisten Kameras sehr gut funktioniert während das manuelle verschieben eines einzelnen Fokuspunktes deutlich mühsamer ist. Es hindert also sogar an der Fotografie, auch wenn es viele Fotografen nicht zugeben wollen. Sogar ich muss mir eingestehen, dass ich selbst nach 8-9 Jahren mit meiner 5D Mark ii nicht so schnell die Fokuspunkte verlege wie die FaceDetection an einer modernen Panasonic, Sony oder Olympus Kamera den Kopf verfolgt. Und dabei trifft die Automatik sogar noch deutlich besser das Auge als ich oftmals die Nase, die Stirn oder Haare vor dem Gesicht.

Ich kann mich erinnern, dass ich erst kürzlich eine Zeitschrift im Netz gesehen hatte. Ein Cover aus den 80er Jahren. Da stand in großen Buchstaben. AUTOFOKUS… DAS ENDE DER FOTOGRAFIE? Scheinbar…

Oder die leidige JPG-RAW Thematik

Weiter kann es genauso gut beim Thema RAW und JPG gehen. Manchmal bereue ich es schon, meine Meinung offen kund getan zu haben. Denn obwohl ich ziemlich klar formuliert habe, dass es nicht um ein Entweder/Oder geht sondern eine friedliche Koexistenz, wird diese Debatte wirklich bis aufs bitterste ausgefochten. Dabei kommt auch immer wieder das Totschlag-Argument. DAS IST DOCH KEINE FOTOGRAFIE MEHR. Ja, es wäre wie wenn man Fertiggerichte essen würde, keine eigene Möglichkeiten und und und. Vor einigen Jahren war es noch nicht denkbar, dass die schwachen Mikroprozessoren in den Kameras anständige JPG-Dynamiken und Farben speichern könnten. Heute geht es. Die Bearbeitung obliegt weiterhin dem Fotografen, der wählt Kontraste, Sättigung und Farbspiele und auch wenn weniger Möglichkeiten auf der Speisekarte stehen, so hat das immer noch sehr viel mit Fotografie zu tun.

Es bleibt der Fotograf der entscheidet, die Kamera setzt nur um!

Wo wir aktuell wieder mehr hin müssen ist das Denken, dass die Kamera nur ein Werkzeug ist. Als Fotograf muss ich mich über JEDE Erleichterung freuen. Und damit meine ich wirklich JEDE. Was mein Handeln einfacher macht, lässt in meinem Kopf mehr Freiraum für Kreativität und das wirklich Wichtige. Das AUGE!

Bei keinem ausgestellten Foto habe ich jemals gelesen welche Funktionen einer Kamera dafür verwendet wurden. Sowas liest man bloß auf dem Krolop&Gerst Blog oder man unterhält sich auf dem FotoStammtisch darüber.

Wenn die Kamera automatisch auf das Gesicht fokussiert, dann nutze ich das. Selbst wenn 10% Fehler sind, wenn ich selbst nur 5% Fehlerquote hätte, ich habe trotzdem viel mehr Gedankenpower frei für das Motiv.
Wenn meine Kamera mit fertige JPGs entwickelt die ich sofort nutzen kann, dann darf ich auch das nutzen ohne mich nicht mehr Fotograf nennen zu dürfen oder ein schlechtes Gewissen zu haben. Ich muss es ja nicht bei jedem Foto nutzen und ich kann trotzdem auch bei jedem Foto entscheiden in welcher Art die Kamera das Bild entwickeln soll.
Ich darf analog oder digital fotografieren, was mir mehr liegt. Ich darf sogar den P-Modus benutzen um in einer stressigen Situation ein tolles Foto zu machen. ALLES IST ERLAUBT, Hauptsache das Foto ist genial.

Digitalfotografie

Auch Nikon hat einmal in seiner Firmengeschichte den Fehler gemacht einen Trend als „keine Fotografie“ darzustellen. Das war der Wechsel von Analog auf Digital. Dort wurden fleißig weiter analoge Kameras entwickelt und der digitale Trend als kurzzeitiger Hype abgetan. So wie das Internet, das ist ja auch nur für Pornos und Illegales gut und wird bald wieder weg sein… gell???

Auch im Falle der digitalen Fotografie mit Sensoren als Bildfänger wurde davon gesprochen, dass das doch alles sei, bloß keine wirkliche Fotografie…

Entwicklung – Sinnhaft oder Sinnlos

Entwicklung ist und bleibt ein schmaler Grat. Es gibt wirklich sinnlose Funktionen. Oder es gibt Funktionen die in der Praxis das Fotografieren erschweren. Funktionen die eine Kamera überfrachten, Menüs zu voll machen oder auch gar nicht richtig funktionieren. Trotzdem finde ich toll, was mit unseren Kameras passiert. Auch wenn die Schritt nicht mehr so gigantisch wirken, ich finde in letzter Zeit hat ein sehr positiver Trend angefangen. Ein Trend Kameras nutzbarer zu machen. Funktionen zu konsolidieren und Dinge zu Kameras dazu zu packen, die wir im täglichen Leben oder Berufsalltag wirklich nutzen.

FaceDetection als Vorstufe

Und zudem darf man auch nie vergessen, dass sämtliche Techniken auch immer eine Vorstufe zu etwas Besonderen sein können. Der Eye-AF von Sony z.B. ist einer der sinnvollsten und wirksamsten Dinge um mit extrem kleinen Tiefenschärfen zu arbeiten. Ich kenne kein verlässlicheres System was gerade bei einem CloseUp Portrait mit offenster Blende (Beispiel 85mm @ f1.4) den Augapfel trifft und die Iris  anstatt der Wimpern verlässlich scharf stellt. Ohne FaceDetection Algorithmen würde es kein Eye-AF geben und jede Technik kann somit den Grundstein für einen wirklichen Meilenstein legen.

Wir sollten also nicht vergessen, dass die Kamera ein Werkzeug ist. Und egal wie man ein Werkzeug einsetzt, einem Kollegen, Freund oder Unbekannten persönlich das Hobby oder den Beruf schlecht zu machen, weil dieser sich etwas Arbeit spart grenzt an Idiotie. Mein Schreiner nutzt auch ein Nutz-Bohr-Dingsbums und meint, dass er früher dafür Stunden gebraucht hat, was jetzt in ein paar Minuten von der Maschine gemacht wird. Und er meint auch, dass ich sogar sowas machen könnte mit so einer Maschine. Ich bin trotzdem kein guter Schreiner und umgekehrt, er ist ein genialer Schreiner auch mit der Maschine. Weil er ein Auge und ein Gespür für Holz hat. Die Maschine macht nur sein Leben einfacher und genauso sehe ich meine Kamera und sämtliche andere Technik auch.

So, kein Foto, kein Bild, nix mit Farbe, nur Text! Ich hoffe man denkt über die Worte nach.

Euer Martin

Kommentare (31)

31 thoughts on “TOTSCHLAG-ARGUMENT KNIPSEREI

  1. Hey Martin,
    du spricht mir aus der Seele. Viele Fotografen verlieren sich leider im elitären Gehabe. Liegt wahrscheinlich auch an dem Wunsch, sich abzugrenzen. Heute ist es sehr einfach, mit simplen Mitteln gute Fotos zu schießen. Ich selber fotografiere sehr gerne mit manuellen Fokus. Einfach weil es mir Spaß macht, nicht weil ich mich abgrenzen will. Jeder soll so fotografieren, wie er meint .

  2. Ihr macht das einfach klasse, wie ihr selbst „schwere Themen“ einfach visuell rüber bringt begeistert mich. Ihr hebt das ganze nicht in irgendwelche mythische Sphären, sondern versucht es so simpel wie möglich zu halten und das ist wie ich finde auch der Grund warum ihr so sehr an eckt. Vielleicht fühlen sich andere genau dadurch auf den Schlips getreten. Weil ihr das Thema vom Podest nehmt in einer art verstaubten Kopf Museum und es aus einer anderen Perspektive simple beläuchtet. Lasst das nicht so nahe an euch ran und macht euer Ding genau so so weiter, den um so mehr ihr darauf anspringt um so mehr wird gebellt. 😉

  3. Ich habe kürzlich ein Foto aus einem sehr komplizierten Blickwinkel erstellt. Dabei war der EyeAF an der Sony ein Traum. Ohne ihn hätte ich den Fokus niemals erwischt.

    P.S. Ich fahre auch einen Automatik-Wagen 😉

  4. Wahre Worte, lieber Martin!
    Auch ich bin der Meinung, man darf neue Techniken ruhig nutzen. Zumindest sollte man sich selbst einen Eindruck verschaffen, bevor man etwas verurteilt. Das währe generell sinnvoll, nicht nur wenn es um Foto-Technik geht. … Und trotz allem krame ich immer wieder mal meine analoge Canon A-1 heraus, lege einen SW-Film ein und mache mir auch die Arbeit den Film selbst zu entwickeln … einfach weil ich diese Art der „entschleunigten“ Fotografie liebe … als Ausgleich sozusagen zum stessigen Alltag, in dem alles immer noch schneller gehen soll. … Moderne Technik hat auch seine Vorteile, wir sollten uns nur nicht zu sehr davon treiben lassen 😉

  5. Ich kann nur zustimmen. Es wird immer Technik Begeisterte geben die nicht das Auge haben, die würden nicht mal mit ner Technik die es noch nicht gibt was hinbekommen. Die Kamera wird immer noch ein Werkzeug bleiben so lange es noch nicht die Motivklingel gibt. Ich vermisse aus der analogen Zeit den Augengesteuerten Autofokus von der Canon EOS 3.

  6. Ich stimme Dir voll und ganz zu. Recht hast Du, ich sehe es genauso. Und diese ständige Nörgelei, Besserwisserei und das „Belehren“ anderer ist leider ein typisch deutsches Verhalten und liegt voll im Trend. Vielen würde es gut tun einfach mal zu akzeptieren was andere machen, was andere gut finden.

  7. Hallo Martin,
    danke für deinen schönen Beitrag. Ich bin diese ewige ideologische Technikdiskussion auch müde. Meine Haltung dazu ist wie deine: What ever works, is good for me !
    Leider sind wir FotografenInnen in den letzten Jahren immer mehr in einer technischen Diskussion gefangen, die sich immer mehr auf die technische Dimension von Fotos und Kameras konzentiert, auf das „richtig“ belichtete Bild, den richtigen Focus, die „richtigen“ Farben, die „richtige“ Bildbearbeitung etc.
    Das ist alles nicht grundsätzlich verkehrt, seine Technik sollte man schon beherrschen. Und was die Technik mir abnehmen kann, ist doch super….
    Was mir immer zu kurz kommt, ist die Frage: He, was ist eigentlich ein geiles Bild !
    Wenn ich mir Ausstellungen oder vlogs hauptsächlich aus den USA anschaue, dann entdecke ich viele Sachen die „technisch“ falsch sind, in teilen unscharf, manchmal in Teilen überbelichtet, aber he, geile Sachen dabei. Unabhängig ob das mir gefällt oder nicht, aber mein Auge bleibt am Thema und der Umsetzung immer hängen. Die Portraits z.b von Bruce Gilden. Die sind hässlich brutal geblitzt, aber einfach geil. Oder ein Jürgen Teller, der kann auch „richtig“ fotografieren aber seine Trashumsetzung hat in berühmt gemacht.
    Ich ertappe mich immer öfter dabei,dass mir nach Shootings die unperfekten Bilder ans Herz wachsen. Sie transportieren häufig ein Art Zauber und Stimmung die den „richtigen“ Bildern fehlt.
    Wenn man Fotografengruppen folgt auf FB folgt, dann laufen durch deine Timeline ein Haufen Bilder die perfekt sind, aber auch in der Riesensumme eher langweilen.
    Was man allerdings aushalten muss, wenn man solche unperfekten Bilder postet ist, dass Geheule der Technikmeute. Man wird dafür nicht gemocht, aber GESEHEN.
    Ich mag es, wenn Menschen wie Du auch mal eine Kontroverse anstossen, JPG vs. RAW oder Pavel mit seinen Marmeladenfarben. Grosses Tennis !
    Denn wird sind ja nicht als Kamerabediener Fotografen geworden, sondern weil wir dem Zauber des Momentes eines tollen Fotos verfallen sind. Sei es schön, hässlich, bunt, sw, unscharf….die aber eine entscheidnenen Moment festhalten…um mal einen ganz grossen Fotografen zu zitieren.
    Ich freue mich jedenfalls immer über solche Kontroversen.

  8. Du sprichst mir aus der Seele.
    Alleine so viel Energie aufzuwenden um sich über Facedetection aufzuregen, ist doch bereits (meiner Meinung nach) der falsche Ansatz. Die meisten Fotografen wollen Künstler sein. Ob sich die alten Meister den Kopf darüber zerbrochen haben, wie lange ein Zeitgenosse für sein Kunstwerk gebraucht hat? Wievielte Anläufe nötig waren? Welche Hilfsmittel er genutzt hat? Ich denke eher nicht.

    Denn solche Fragen sind interessant, wenn man noch lernt. Ausgelernt hat man nie, aber einem gewissen Punkt rückt das Handwerk in den Hintergrund. Meiner Auffassung nach, ist der technische Aspekt der Fotografie nämlich nur ein kleiner. Ein spaßiger auf den ich nicht verzichten will, aber doch eben ein kleiner Teil der Fotografie. Dieser sollte selbstverständlich beherrscht werden, aber sobald das gegeben ist, beginnt doch aber erst die ‚echte‘
    Fotografie.

    Das Wecken und Einfangen von Emotionen, das Gespür für den richtigen Moment und den Gegenüber, eine eigene Bildsprache. Umgekehrt das Interpretieren von Bildern. Was fühlte der/die Protagonist/in? Was ging im Fotografen vor? Wieso ausgerechnet dieses Bild? Was macht Es besonders? An diesem Punkt sollte doch die Freude an der Kunst überwiegen. Und dann ist es mir egal, wie das Bild entstanden ist. Vielleicht fange ich nur anhand der Facedetection eine flüchtige Emotion ein, die ich sonst nie erwischt hätte?

    Bin ich erst dann ein richtiger Fotograf, wenn ich 20 Blitze aufbaue, im M Modus fotografiere und manuell fokussiere? Wollen wir wetten, dass ich auch dann ein nichtssagendes und langweilieges Bild produzieren kann? Was bringt mir handwerkliche Perfektion, wenn das Bild eine Totgeburt ist? Das Ergebnis ist, was zählt.

    Ich liebe die Fototechnik, ohne sie wäre heute vieles nicht möglich. Ich liebe es mich den ganzen Tag damit zu beschäftigen. Aber das ist für mich nicht Fotografie, sondern mein Interesse an Technik. Egal wer was bevorzugt, sei es die Technik oder das Auseinandersetzen mit Bildern, solange man sich Begeistern kann ist doch alles gut. Nur Frust sollte man nicht aus der Fotografie ziehen.

  9. Hey Martin,
    sprichst mir da aus der Seele und kann dir eigentlich fast in allen Punkten nur zu stimmen.
    Besonders an Foto-stammtischen beobachte die Ängste bzw. den Angriff des Fotografenstolzes. Ganz ähnlich ist es ja mit der Bildbearbeitung, da werden selbst Lightroom-Retuschen, die eine leichte Teiltonung enthalten, als keine „Fotografie“ mehr bezeichnet. Habe mich damit abgefunden und sage auch schon immer, dass es dann eben irgendwas zwischen Kunst und Fotografie ist, was mir aber besser gefällt als nur „Fotografie“.
    Denn genauso wie du schon beschrieben hast, am Ende zählt für mich immer das Ergebnis … und ich werde doch nicht meine Bearbeitung den Standards irgendwelcher Leute anpassen, damit es in deren Augen wieder „Fotografie“ ist.
    Hierfür habe ich eine analoge Minolta RT-100… natürlich ist das eine andere Art des Fotografierens (einfach entschleunigt im Prozess), aber eben -in meinen Augen- genauso Fotografie wie Fotohandys, AF-Fotos, Eye-AF-Fotos etc.
    Man wird es nie allen recht machen, aber habe gerade erst mit einem guten Kumpel über deine bzw. eure Portrait-Serie auf Youtube gesprochen … ist einfach unfassbar was für ein Inhalt da umsonst raus gehauen wird und das Ganze dann auch noch hochwertig produziert… und es gibt immer noch Leute, die nur das negative suchen … (Frage mich, ob eventuell einfach die Wertschätzung durch die kostenlose Verfügbarkeit sinkt …)
    Ich glaube, da wird man mit Leben müssen und einfach seinen eigenen Weg weiter gehen!

    Bin eigentlich sonst nur stiller Leser, aber irgendwie musste das mal raus 🙂
    Wünsch dir noch ein schönes Wochenende

    Beste Grüße aus Bielefeld,
    Andy

  10. Du sprichst mir aus der Seele. Ich persönlich bin in keinen Foren mehr. Zu viele Fotografen sehen ihre eigene Meinung oder ihr „Wissen“ als ein wissenschaftliches Weltbild. Ich diskutiere mit keinem Fotografen mehr über Marken oder Bearbeitung eines Bildes. Das Bild mache ich, wie und womit ich es mache, wie ich es bearbeite und wie es aussieht ist meine Sache. Konstruktive Kritik gerne, aber leider endet es oft in sinnlosen, langen Diskussionen. Meistens wird das Bild nicht verstanden. Die Leute haben einfach zuviel Zeit oder Langeweile…

  11. Wer natürlich auch keine Lust hat den Text zu lesen, kann sich den ja (wie bei meinem MacBook) vorlesen lassen 🙂 Hört sich aber doof an.
    Was ich festgestellt habe ist, dass viele mit ihren neusten Kameras prahlen, die Funktionen aber nicht oder nur selten nutzen. Frage nur warum? Keine Ahnung wie es geht? Oder einfach kein bock darauf, weil man ja schon immer die „alten Einstellung“ nutzte. Dann muss man sich aber auch die Frage gefallen lassen, warum denn einer der neusten Geräte kaufen. Nach dem Motto: must have, oder the show must go on?

  12. Nicht jeder hat einen Sucher einer Pentax 645d, damit kann man perfekt manuell fokusieren.
    Ich finde die Zusatzfunktion, wie Eye AF usw., perfekt und eine gute Unterstützung.
    Eigentlich schade das du so einen Text schreiben mußt, aber es gibt halt viele die sich erstmal
    über neue Dinge aufregen, ohne sie selbst benuzt zuhaben.

  13. Das sind wahre Worte. Über manche Äußerungen in Foren o.ä. kann ich auch nur den Kopf schütteln (Ich sag nur Tiefenschärfe…).

    Jetzt hast du so einen langen Text geschrieben und ich kann eigentlich nur mit einem, na gut zwei Sätzen darauf antworten:

    Meiner Meinung nach geht es bei Fotografie darum Entscheidungen bewusst zu treffen, ob ich mich jetzt bewusst für Film, Face-Detection, JPEG oder sonstwas entscheide spielt doch keine Rolle.

    Als Fotograf mache ich mir Gedanken zu dem was ich tue und wie ich es tue.

    Viele Grüße

    Philipp

  14. Jo, „an der Kelle liegt´s nicht“, sagte mein Tischtennis-Trainer immer.
    Mir geht diese gehate auch auf die Nerven.
    Guter Artikel, Martin, jeder nach seiner Facon. Fertig!
    Und wenn coole Bilder daraus werden, um so besser…

  15. Hallo Martin,
    wenn ich mir heute Bilder meiner Eltern in jungen Jahren anschaue, interessiert mich nicht mit welcher Kamera oder mit welchem Objektiv das Bild gemacht wurde. Die Technik wird unwichtig. Die Bildwirkung und die Erinnerungen sprechen für sich. Die neuste Technik ist toll, und die meisten Fotografen sind auch mehr oder weniger Technik „Nerds“. Ob ein Bild mit neuster Technik, wie dem genialen Eye Autofokus entsteht, oder mit einer alten Analogkamera ist schnuppe. Das Ergebnis zählt. Mit neuer Technik mache ich mir das Leben leichter, also warum soll ich sie nicht nutzen. Toller Beitrag.
    Jörg Skrzeba

  16. Wow… mit diesem Beitrag ohne Foto, ohne Bild und Farbe hast Du mir aus der Seele gesprochen. Ich kann das alles nur unterschrriben. Danke das Du Deine Gedanken zu dieser wichtigen Thematik in diesen Beitrag gepackt hast.

  17. Hoffentlich erfinden sie bald eine Kamera die die ganze kreative Grütze in meinem Kopf umsetzen kann 😄😄
    Bis dahin nutze ich alle Hilfsmittel die ich bekommen kann wie Servolenkung, ABS und Einparkhilfe 😂😂 Hilfe ich bin kein Autofahrer mehr
    Bis dahin finde ich immer noch das die beste Kamera der Welt die ist , die man Grade in der Hand hat und es ist doch wichtig das das Foto gemacht wird und die besten Bilder entstehen immer im Kopf
    Bin voll und ganz deiner Meinung 👍👍

  18. Hast zu 100% Recht!!!!
    Bei der Fotografie geht es doch allein um das Ergebnis. Und es gibt immer mehrere Wege um an sein Ergebnis zu gelangen. Bei einigen Hobbyfotografen mag der Weg auch gleich das Ziel sein.
    Für den Profi und auch für dessen Kunde zählt nur das Ergebnis. Für den Profi zudem auch die Zeit!
    Erlaubt ist was schnell und zuverlässig macht und bestmögliche Ergebnisse bringt!
    Meist gibt es keine zweite Chance.

  19. Danke .. vor einigen Jahren .. es können gut 10 Jahre sein .. hatte ich ein interessantes Gespräch mit einem (ich glaube Bischof) der das Pristerseminar übernommen hat, also die Ausbildung neuer Pfarrer in der katholischen Kirche. Was hat das mit Deinem Beitrag zu tun? Ganz einfach .. ihm war eine ungesunde Dogmatisierung aufgefallen, die die neue Generation mitbringt. Und ich dachte er wäre eher konservativ.

    Und nun etwa 10 Jahre später gibt es kaum noch einen Bereich im Leben, wo Dogmatisierung ausbleibt. Mich regen ALLE auf, für die es nur eine „richtige“ Lösung gibt und dazu gehören auch die Fotografen, die von „nur manuell mit Festbrennweite“ bis hin zu „EyeAF“ alles als den „einzigen“ Weg ausschweifend darstellen und alles andere diskreditieren.

    Danke an Dich/Euch hier bei den Kommentaren, dass es noch zahlreichen Vertreter der vielen Zwischentöne gibt.

  20. Amen! Danke für den sehr ausführlichen Artikel. Ja, der sogenannte Fortschritt. Davor haben wir alle Angst, bis wir die Annehmlichkeiten entdecken und nicht mehr die Finger davon lassen können. Ehrlich gesagt verstehe ich den Aufschrei nicht. Es steht mir doch frei, das zu tun, was ich will. Wenn ich analog fotografieren möchte, kann ich das doch tun. Wenn ich digital fotografieren möchte, kann ich das tun. Wenn ich in RAW fotografieren möchte, kann ich das tun. Et cetera! Und ich begrüße die Technik, die mich weiterbringt, neue Möglichkeiten bietet. Letzendlich könnte ich behaupten, die Fotografie mit Schwarzpulver ist richtige Fotografie. Das waren noch Zeiten :). Ich denke, dass sich die Umwelt, viel zu viel mit den Dingen anderer beschäftigt und als eine Art Prediger durch die Lande zieht um seine Meinung als die Richtige kundzutun beziehungsweise die Meinung Dritter schlechtzumachen. So what? Ist mir doch egal. Soll doch jeder sein Glück darin finden, wie er fotografieren möchte. Und wenn eben der Kollege bessere Fotos macht, weil er eine neue Technik einsetzt, dann entscheide ich, wie ich mich ändern muss, damit ich bessere Fotos machen will/kann. Es liegt an mir selbst. Ich entscheide, ob ich den Fortschritt mitgehe oder nicht. Und das gibt es in jeder Branche. Aussagen: Haben wir früher schon so gemacht. Never change bla bla bla. Und dann rennen wir später durch die Lande und feiern den neuen Fortschritt. Und dann fangen wir von vorne an :).

    Daher. Danke an das Krolop und Gerst Team. Lasst euch nicht entmutigen, eure Meinung kundzutun. Aber das macht ihr ja nicht.

    Gruß

    Markus

  21. Hallo, erstmal finde ich es super, dass du dir so viel Arbeit machst, diesen Beitrag zu schreiben.
    Ich glaube, dass es 3 Sachen sind, die ein tolles Bild ausmachen (vielleicht sind es auch mehr, darf gerne ergänzt werden 🙂 ).
    Licht
    Bildaufbau
    Der richtige Moment

    Und hier habe ich gemerkt, das es doch vollkommen egal ist wie ich da hinkomme. Und ich sehe es genauso wie Martin, wenn die Technik es mir erleichtert mich um diese Punkte zu kümmern, ist’s doch toll! Und genau diese Dinge machen doch einen guten Fotografen aus.
    Also macht euch locker und habt Spaß!

  22. Seit ich „Crashkurs Portrait“ geguckt habe, finde ich die Videos und diesen Beitrag einfach klasse. Ich bin der selben Meinung wie Martin. Auch ich stehe hinter dem Krolop und Gerst Team! Macht weiter!!!

  23. Vielen Dank für den Artikel. Trifft bei mir ins Schwarze.
    Ich wage mich sogar zu behaupten, dass wirklich viele, die solche Diskussionen führen, es mehr aus dem Grund sagen, damit sie was Kluges gesagt haben, was sie mal gelesen oder gehört haben. Bei vielen würde ich mir wünschen, dass sie sich genauso engagiert mal mit der Fotografie als solches auseinandersetzen.

    Em Ende zählt nur das Bild. Überzeugt es einen? Egal mit welcher Technik, egal ob Analog, Handy oder Supermegakamera. Um zu überzeugen muss es manchmal gar nicht mal scharf sein.

    Aber es ist schön, wenn die Technik das leisten kann. Ob man es nutzt, was einem die Technik bietet oder nicht ist egal. Ein Foto ist es dennoch… hoffentlich ein gutes 😉

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