23. März 2018


#TRANSPARENZ -> Das fertige Endergebnis, nämlich die freie YouTube Videostrecke DESTINATION NEUSEELAND ist finanziert durch Nikon Deutschland. Mehr Infos! Dieser Blogbeitrag hat nichts mit irgendeiner Abrede zu tun. Wir haben schon in Island und während Frankreich ein Tagebuch geschrieben. Hier gibt es auch keine Amazon Links und keine sonstigen „Werbelinks“. Einfach nur ein ehrliches Tagebuch über das Leid zweier armer kleiner Fotografenhanseln.

02.03.2018 – Ein neuer Tag, neues Glück. Heute wurde es abenteuerlich und ich kann jetzt schon sagen, dass sich alle Strapazen des heutigen Tages gelohnt haben. Manchmal muss man halt doch ein bisschen gaga sein und auch Dinge riskieren. Ich möchte aber nichts vorweg nehmen und daher beginnen wir chronologisch. Klar, unser Tag in Neuseeland startet entweder mit Rührei, Bohnen in Tomatensoße oder eben Fotografieren. Eines der drei Dinge waren es jetzt die letzten 10 Tage und müssen es auch die nächsten Tage sein.

Wir hatten uns heute früh für das Fotografieren entschieden und waren dafür extra extra früh aufgestanden und in die Berge gefahren. Ein eigentlich sinnloses Unterfangen wenn man unsere Erfahrungswerte der letzten Tage einbeziehen würde. Aber wir lassen uns eben nicht unterkriegen und versuchen unser Bestes zu geben. Auch wenn das bedeutet, dass man an Tag 11 noch um 4 Uhr aufsteht, 2h mit dem Camper fährt und dann auf einen schönen Sonnenaufgang hofft.

Heute früh hat es sich aber gelohnt. Wir hatten uns wirklich den ADW ausgesucht. Einen Ort in Neuseeland, zu dem nur eine einzige Kiesstraße hinführt. Und so ne Schotterpiste mit dem Camper ist eine Sache für sich. Ich kann wirklich ernsthaft behaupten, dass Marc nach 20 Sekunden Schotterpiste hell wach am Steuer saß und das Adrenalin hatte in heute erst verlassen als der Motor am Ziel abgestellt wurde.

Schlussendlich war es großartig. Endlich ein toller Sonnenaufgang. Ich kann leider wenig davon hier zeigen weil sowohl Marc als auch ich mit Fotografieren beschäftigt waren. Was sonst. Niemand von uns lässt sich einen Sonnenaufgang entgehen, nachdem wir 10 Tage drauf warten mussten. Man sieht auf dem Foto oben die Freude von Julian förmlich aus dem Bild springen. Vielleicht haben die letzten 10 Tage ja etwas Besonderes in uns erweckt. Wir haben einen tollen Sonnenaufgang zu schätzen gelernt und wir haben gelernt, dass wir doch nur einfache kleine Lebewesen sind und nicht die Welt sich nach uns dreht sondern wir nach ihr. Ein Sonnenaufgang kommt nicht, nur weil wir nach Neuseeland fliegen. Er kommt eben wann immer er kommt. Nennen wir es einfach mal Demut der Natur gegenüber. Das ist sicherlich eine Sache, die uns besonders an der Landschaftsfotografie reizt. Man kann ackern und versuchen aber schlussendlich ist man doch abhängig von dem was die Natur gerade macht.

Zurück zu unserem Fotospot zu dem wir gute 2h in der Dunkelheit über Schotterpisten gejagt waren. Die Drohnenaufnahmen zeigen erst jetzt wie weit in der Pampa wir waren. Handyempfang Fehlanzeige. Keine Menschenseele, keine Farmen, nix… einfach nur Landschaft…

Nach unserem morgendlichen Fotografieren haben wir uns dann an Ort und Stelle noch um das Wichtigste des Starts in den Tag gekümmert. Ja richtig, das Rührei und heute gab es zur Feier das Tages sogar gleichzeitig auch Bohnen in Tomatensoße dazu. Ein wahres Fest für den Gaumen. Jedenfalls nach 10 Tagen Camperleben schmeckt uns alles gut. Vielleicht liegt es an der Luft… oder es ist eine Art Schutzreaktion des Körper.

Auf der unteren Aufnahme, ganz hinten am Horizont, da ist die nächste Stadt. Also hinten in der Ebene.

Gegen 9 Uhr haben wir uns dann weiter aufgemacht. Weiter in die Berge. Wir wollen einen wirklichen Pass hoch fahren und zwar keinen mit einer Asphaltstraße. Ich verrate schon jetzt, so weit sind wir nicht gekommen! Nicht weil es nicht mehr geklappt hat sondern weil wir einfach zu oft angehalten haben. Die Landschaft war unbeschreiblich schön und menschenleer.

Und heute haben sich auch fantastische Fotomotive gezeigt. Scheinbar ist es so, als ob man eben an einem Tag, die Arbeit von 3-4 Tagen schaffen kann. Jedenfalls haben wir heute das Gefühl. Das hängt aber nicht mit dem Himmel zusammen sondern mit den Motiven selbst.

Einen Tipp an dieser Stelle ohne das fertige Foto zu zeigen: Besondere Motive brauchen besondere Positionen. Und das hat nix mit Risiko zu tun an einem fast windstillen Bergsee eine Kamera in Wasserhöhe zu positionieren sondern mit Fotografie. Das Foto mit entsprechendem Unschärfeverlauf ist großartig geworden.

Mal wieder war das GorillaPod das wichtigste Tool.

Noch einen Ausrüstungstipp für Gruppen bzw. mindestens zwei arbeitende Fotografen. Wir unterhalten uns oft über Walkie-Talkies. Das ist effizient nicht nur für die Arbeit sondern auch für das Fotografieren und Filmen selbst. Die Walkie-Talkies von Motorola gibt es im Set zu zwei oder zu vier Geräten und kommunizieren im freien über mindestens einen Kilometer ohne Probleme.

Das Wetter fühlt sich heute trotzdem mal wieder komisch an. Nicht wegen Regen oder Sturm sondern von einem Mix aus Temperaturen. Inmitten der Berge war es ohne Sonne saumäßig kalt und mit Sonne wurde es unerträglich heiß. Und das im Wechsel innerhalb von Sekunde zu Sekunde.

Und da blieb uns heute nichts Anderes über als in den See zu springen. Ich möchte nicht beschreiben wieviel Zentimeter es kalt war aber ich denke man hätte im See heute eher in Millimeter als in Centimeter gerechnet. Selbst die Tatsache dass wir alle keine Badehosen dabei hatten, hielt uns nicht davon ab in den See zu springen. Wobei „springen“ würde ich es nicht nennen. Im Nachhinein betrachtet sind wir eher hinein ge-memmt. Arrrgggg-Schreie waren noch die nettesten Kommentare.

Das Wasser war so klar aber so kalt. Unbeschreiblich kalt!

Aber gut, Bucketlist MINUS 1 🙂 Nackt baden im Gletscher-Gebirgssee. CHECK.

Ich habe ja erst kürzlich über die Mavic Air einen eher kritischen Bericht in Videoform verfasst und die Drohne gemeinhin als etwas zu Selfie-Instragram-lastig bezeichnet. Dass das natürlich nicht immer schlecht sein muss, das haben wir heute bewiesen. Und zwar in der höchsten Form des Selfienismus. Heroisch und wie Gott uns schuf.

Aber schaut doch selbst. Den Play Button drückt man auf eigene Verantwortung.

Nach unserem nudistischen Tag sowohl im See als auch auf der Hügelkuppe haben wir uns dann doch wieder auf das Fotografieren konzentriert und hatten gemeinsam den Entschluss gefasst, weiter in die Berge zu fahren. Den Entschluss haben wir dann doch bereut.

So sehen besagte Schotterpisten aus. Zwei Autos passen nicht so einfach nebeneinander. Wenn, was Gottseidank selten passiert, ein Auto entgegenkommt, dann bleibt nur eine volle Bremsung als Option damit beide Fahrzeuge in Schrittgeschwindigkeit aneinander vorbei fahren können. Über den Tag, während des Badens und des Sonnens hatte sich aber die letzte Feuchtigkeit im Boden verzogen und die Straße wurde mit jedem Kilometer staubiger und staubiger.

Normal kein Problem, schließlich lässt man beim Fahren den Staub ja hinter sich und fährt nach vorne weg. Pustekuchen.

Womit wir nicht mit gerechnet hatten war, dass unser Camper nicht nur alt sondern auch wirklich kaputt war. Diese Info hatten wir heute am späten Mittag noch nicht, aber eben jetzt nachträglich. Der Luftfilter war weg… oder die Halterung, oder die Verkleidung. Jedenfalls konnte der Staub am Unterboden direkt in die Lüftung und damit ins Fahrzeug.

Der Camper wurde in eine Staubhölle verwandelt. So viel Staub war in der Luft, dass wir teilweise Brennen in den Augen hatten.

Wir verpackten panisch alle Ausrüstung und legten Decken und Stoffe über alles Technische.

Es war wirklich umsonst. Beim ersten Stop war der komplette Camper innen mit einer dicken Staubschicht bepudert. Was man auf dem nächsten Foto sieht ist unsere Herdplattenabdeckung. Also mitten drin im Camper und sogar noch „hinten“ im Camper.

Und dabei waren wir noch nicht einmal angekommen und mussten auch nochmals den ganzen Weg zurück. Um jetzt aber umzukehren, dafür waren wir bereits zu weit gefahren. Also blieb nur der Weg nach Vorne, hin zum Fotospot, hin zum geilen Licht.

Es war teilweise sehr gefährlich mit so viel Staub ins Gegenlicht zu fahren. Die Sicht war durch die extrem tief stehende Sonne sowieso schon beschränkt aber mit dem Staub direkt im Auto war das nochmals eine weitere Herausforderung.

Im Endeffekt waren wir aber genau richtig zum Sonnenuntergang an einem tollen Fotospot, parkten den Camper am Schotterrand und kämpften uns durch das Gestrüpp zu einem schönen Spot.

Endlich mal ein toller Sonnenuntergang. Das krönte unseren elften Tag in Neuseeland.

Yippie… wir hatten es geschafft… 🙂 Abermals wurde heute die Speicherkarten gequält und mit einer Art digitalen Druckbetankung vollgestopft.

Wir verdrängten den Gedanken an die 2h Rückfahrt über die selbige Staub-Hölle und auch die Tatsache, dass kein einziger Gegenstand unserer Ausrüstung nicht in Staub gehüllt war. Der war nämlich sogar in die Taschen und in die Schränke gedrungen. Unser Brot knirschte, die Gläser waren komisch trocken beim Trinken und die Handtücher hatten sich in der Farbe von blau zu grau verändert.

Die Nacht verbrachten wir mit Putzen. Ohne Staubsauger mit Feuchttüchern für die Toilette die eigentlich nur schmierten und den Dreck nicht wirklich weg bekamen. Aber besser als die 1mm dicke Schicht aus feinem Stein.

Trotzdem… es war es wert… der heutige Tag war einfach grandios.

Marc, Thilo, Julian und Martin


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