16. März 2017


Bevor wir mit dem Arbeiten beginnen können, müssen wir erst einmal in die Karibik gelangen. Für uns bedeutet das einen Flug über Atlanta mit zwei Stunden Zwischenstopp. Dass uns diese zwei Stunden fast noch zum Verhängnis werden würden, damit hätten wir nie gerechnet.

6 Uhr… es geht los

Begonnen haben wir den Tag mit der Reise zum Bahnhof Deutz, um die Bahn nach Düsseldorf zu nehmen. Dort begann der Flug um 10 Uhr nach Atlanta. Bepackt waren wir alle mit jeweils 23kg Reisegepäck und zwei Handgepäck-Stücken. Großes Lob an Delta Airlines, dass man ein echtes Handgepäck mitnehmen kann und zusätzlich noch ein sogenanntes Personal Item.

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Bereits am Flughafen in Deutschland waren wir aber gleichfalls durch die Sicherheitskontrollen überrascht. Wir wurden nicht nur komplett auseinander genommen am Sicherheits-Check-In, sondern schon vorher, ähnlich einem kleinen Verhör durch einen privaten DeltaAirlines Mitarbeiter. Aber Schwamm drüber… was macht man nicht alles für die Sicherheit… 🙂

Der Flug nach Atlanta erfolgte ohne große Probleme, ein paar Turbulenzen gab es, aber das erwartet man ja auch während einer zig tausend Kilometer Reisestrecke.

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Kommen wir zu unserer Atlanta-Geschichte. Zwei Stunden Umsteigezeit hatten wir ja laut Flugplan und eigentlich dachten wir, dass das ohne Probleme genügen würde. Falsch gedacht. Auch beim Umsteigen in den USA braucht man ein valides ESTA und muss durch den kompletten Immigration-Vorgang, inklusive erneutem Einchecken der Ausrüstung. Und nachdem unsere beiden Modelle Rahel und Artur leider das ESTA vergessen hatten (zugegebenermaßen wussten wir auch selbst nicht, dass ESTA für ein pures Umsteigen notwendig sein würde), verrann eine Minute nach der anderen mit ödem Anstehen in schier endlosen Warteschlangen. Und als dann noch jedes einzelne Teil in unserem Handgepäck einem Sprengstofftest unterzogen wurde, war unser Flieger nach regulärer Startzeit bereits abgehoben. Nur gut, dass ein geeigneter Startslot um 20 Minuten nach hinten verschoben wurde. So kamen wir im Sprint am Gate an und konnten gerade noch den Flieger in letzter Sekunde besteigen. Nach uns wurde die Tür geschlossen und noch während wir den Gang hinunter gingen, rollte der Flieger zur Startbahn.

Flugchaos

Zu der Zeit waren wir schon 17h unterwegs und wirklich jeder von uns konnte kaum noch die Augen aufhalten. Der Flieger raste über den Wolken gen Jamaika.

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… um dann knapp drei Stunden später in MontegoBay den Boden zu berühren. Reisestunde 21! Und nachdem die AidaMar erst am morgigen Tag starten würde, hatten wir noch eine Nacht in Jamaika vor uns.

Überwältigt wurden wir von der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit. Man hat das Gefühl, dass selbst trockene Kleidung innerhalb von Sekunden mindestens klamm wenn nicht sogar nass wird. Und zwar einfach nur dadurch, dass die Kleidung Berührung mit der Luft hat. 🙂

Wir kamen um 20 Uhr abends an, gingen um 21 Uhr aus dem Flughafen und wurden erschlagen von einer Wand aus heißer Luft bei 34° Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 90%.

AirBnB Jackpott

Wir hatten keine Lust auf Hotel und hatten deshalb vorher ein kleines AirBnB Angebot angenommen.

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Und wie es sich herausstellte war es ein Glücksgriff in letzter Sekunde. James Waterfield, Engländer aus dem Süden Britanniens, holte uns vom Flughafen ab und brachte uns direkt zur Wohnung.

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Wer jemals eine Kreuzfahrt in MontegoBay starten sollte, dem rate ich hiermit offiziell ein paar Tage früher zu kommen und die dann bei James zu verbringen…

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Die Fahrt war zugegebenermaßen sehr spannend. Anscheinend hält man in Jamaika des Nachts nicht mehr an roten Ampeln um nicht während des Haltens überfallen zu werden. Das führt zu lustigen und weniger lustigen Situationen. Gerade als regelbewusster Deutscher hat man doch so einige Probleme über rote Ampel an großen Kreuzungen zu rasen… 🙂

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Aber immerhin überlebten wir alle die irre Fahrt vom Flughafen zur AirBnB Wohnung. Und was soll man sagen… das Risiko war die Sache wert.

Empfangen wurden wir von James Waterfield mit einem offenen Feuer, einem tollen Pool, einem fantastischem Blick und jamaikanischem Bier. Da war aber auch schon Stunde 25 vorbei und wir waren alle viel mehr als nur müde…

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…und daher gab es für uns auch nichts wichtigeres, als etwas Schlaf zu bekommen. Nicht ohne jedoch vorher den Wecker auf 4:45 zu stellen. Der Sonnenaufgang war nämlich um 5:23 zu erwarten und wir wollten die Aussicht auf den Hafen der zweitgrößten Stadt in Jamaika auch wirklich nutzen.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Sicherlich kennen das alle meine Fotografenkollegen. Man muss sich oft einfach überwinden wirklich aus den Federn zu kommen aber man wird danach mit einem großartigen Erlebnis belohnt. Und genauso war es auch in diesem Falle. Niemand bereute es aufgestanden zu sein, obwohl es extrem schwierig gewesen war… 🙂

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Wir erwarteten nämlich auch die Einfahrt der AidaMar in den Hafen und wir hatten die AirBnB Wohnung auch genau aus diesem Grunde gemietet. Wir wollten „unser“ Kreuzfahrtschiff in den Hafen fahren sehen.

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Der Freeport Terminal Hafen liegt auf einer kleinen Landzunge inmitten der Bucht von MontegoBay. Wir wussten also genau, wohin das Kreuzfahrtschiff unterwegs war, wir wussten bloß nicht wann genau es kommen würde.

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Um die Aida auch wirklich richtig ins Bild nehmen zu können, hatten wir unser 100-400mm Objektiv auf mft dabei. Umgerechnet also 800mm Brennweite. Und genau damit haben wir die Anreise der Aida auch tatsächlich verfolgen dürfen.

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Nachdem wir damit die Kur des Tages beendet hatten, mussten wir auch schon mit der ersten Pflicht des Tages beginnen. Gedreht wurde der erste Teil des CRASHKURS: Das perfekte Urlaubsfoto.

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Drehtag 01

Und es gab viele böse Überraschungen gestern. Die Reise hatte einige Teile leicht beschädigt, es gab verbogene Rohre, halbvolle Akkus und einen Kabelbruch. Dazu gab es etwas moderative Startschwierigkeiten mit dem gesamten Setup. Kurzum, für die ersten 1,3h der Videostrecke haben wir insgesamt 4 Stunden aufgenommen.

Das war deutlich mehr als gedacht und brachte uns für den zweiten Job des Tages in deutliche Bedrängnis. Und schon wieder ist das Problem da… Man arbeitet im Paradis aber hat trotzdem nur Probleme. Zu wenig Zeit hier und zu wenig Zeit da… 🙂 Und irgendwie muss man trotzdem alles schaffen.

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Stunden später hatten wir es aber doch geschafft. Beide Jobs waren im Kasten und wir konnten uns ein Taxi heranwinken und zum Hafen fahren um dort auf die AidaMar einzuchecken.

Und während wir da durch die Stadt fuhren zeigte uns Jamaika nochmals seine gnadenlose Seite. Hitze und Luftfeuchtigkeit jenseits eines türkischen Dampfbades. Man beachte nur Thilos Gesicht im Hintergrund. Leider wurden unsere Koffer nicht direkt vom Flughafen in den Bauch der Aida gebracht… 🙁 und natürlich hatten wir auch jeden unserer Hauptkoffer zur Hälfte mit Foto- und Videozeugs gefüllt.

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Die Schlepperei wurde nur noch verstärkt, weil wir schon wieder durch die IMMIGRATION mussten. Diesmal natürlich von Jamaika und nicht von der US-Homeland-Security. Und danach folgte noch eine Security Station. Die nämlich vom Schiff. 🙂 Ziemlich viel Security… aber besser als zu wenig!

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Der gesamte Resttag wurde dann mit den wichtigen Pflichtveranstaltungen verbracht. Es gab eine ausführliche Sicherheitsanweisung, wir haben uns erst einmal in den Kabinen einfinden müssen, wir mussten das Schiff kennenlernen und wir mussten die wichtigsten Leute vor Ort treffen. Viel viel Arbeit und bevor wir es dachten, war es schon dunkel und der Tag war vorbei…

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Leinen los

Eigentlich darf man während der Sicherheitsübung gar keine Fotos machen. Das nachfolgende Foto ist aber entstanden BEVOR wir das erfahren haben. Die Aida CrewMitglieder haben das aber sehr höflich mitgeteilt und wir haben uns ab da natürlich daran gehalten. 🙂

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Und dann ging es auch schon los… Leinen los und ab in die Dominikanische Republik.

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Wir haben uns danach einfach nur noch ein paar Bierchen gegönnt und haben mit unseren Kameras herumgespielt.

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Im Endeffekt waren wir super froh, dass der Tag vorbei war… 🙂 Gute Nacht…


THANKS TO Aida Cruises, Panasonic, Manfrotto, Enjoyyourcamera.

Kommentare (8)

8 thoughts on “CRASHKURS: DAS PERFEKTE URLAUBSFOTO 02

  1. Hallo ihr Lieben, hättet ihr die Flüge nicht direkt über AIDA mitbuchen lassen können? Das reist sich quasi einfacher…. Einen Tipp habe ich, solltet ihr Antigua anlaufen macht einen Ausflug mit einem einheimischen Taxifahrer ( ca. 20,- USD p. Pax ) Der zeigt euch die besten Ecken und macht dort Halt wo ihr es wollt. Großartig sage ich euch.

  2. Schöner Blog, bin trotz der kleinen Schwierigkeiten richtig neidisch 😉
    Ich flieg öfter „rüber“ in die USA und darum vielleicht ein paar Tipps:

    – Der Security-Check am deutschen Flughafen ist mittlerweile Standard (wenn auch die Fragen sehr albern sind), kriegst Deinen Aufkleber auf den Pass oder Ticket und sparst Dir damit noch mehr Theater beim Boarding
    – ESTA soll immer mitgeführt werden, wenn Du Dich auf US-amerikanischen Boden bewegst. Ich hab immer eine gedruckte Version und als Backup eine gescannte auf dem Handy dabei, da war die Nachfrage immer schnell erledigt
    – den Sprengstofftest haben sie bei mir auch gemacht und auf Nachfrage damit begründet, das ein Blitz als Zünder verwendet werden kann. Nicht unwahrscheinlich, darum packe ich seit dem Blitze in den Koffer und nicht mehr ins Handgepäck. Die letzten 3 Flüge wurden kein Test mehr gemacht, denn der kostet echt Zeit, wenn die alles abwischen
    – auch auf Nachfrage, musst Du Dein Gepäck beim ersten Betreten der USA einmal vom Band aufnehmen und wieder aufgeben

    Vielleicht hilft Euch das bei Euerm nächsten Trip…

    Ich wünsche Euch auf jeden Fall eine tolle Zeit und freu mich, von Euch zu hören.

    LG, Ralf

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