25. März 2017


Über Nacht ging es für uns in einem schönen Schlenker zurück in die Dominikanische Republik. Und wieder begrüßt uns ein neuer Arbeitstag mit den ersten Sonnenstrahlen.

Wir liegen im Hafen von Santo Domingo direkt neben historischen Denkmälern aus Zeiten von Christoph Columbus. Bloß mit dem Unterschied, dass auf seinen Schiffen Gelbsucht und braches Wasser an der Tagesordnung war, bei uns ist es der Komfort eines deutschen Sterne-Hotels.

Uns bleibt nichts Anderes über, als so früh aufzustehen, denn entweder geht es für uns um circa 9 Uhr auf Landgang oder aber die Sonnen- und Seitendecks geben nicht wirklich das perfekte Umfeld für einen Videodreh her. Daher das tägliche Aufstehen um 5.30 Uhr. Da haben wir das Seitendeck noch komplett für uns, werden nicht gestört und stören auch niemanden.

santa-domingo-web-91-panama-71-p1050746

Einziger Wermutstropfen ist das Licht. Dadurch, dass wir von unter den Rettungsbooten nach draußen ins Helle filmen, haben wir mit der Video-Dynamik so einige Probleme. Wie sehr würde ich mir da 4 RAW-Videokameras wünschen. Aber dann würde der Spaß spätestens mit dem DatenBackUp aufhören.

Unsere Kameras speichern 100Mbit pro Sekunde ab und für vier synchrone Videokameras in 4K bedeutet das für jede Filmsekunde 400Mbit Datenabgabe.

santa-domingo-web-92-panama-72-p1050747

Wir geben mit der Belichtung unser Bestes und versuchen dauernd am wirklichen Maximum der Kamera zu filmen. Teilweise werden wir die Videos noch kräftig in den Tiefen aufhellen müssen, aber dafür haben wir bei fast allen Videos eine super Dynamik erreicht.

Linksüberholende Busse

Und nach unserem täglichen Dreh geht der tägliche Wahnsinn auch schon weiter. Wir rasen vom Schiff und rasen in einen Bus und der rast wiederum mit uns weiter. 🙂 Hut ab vor den Taxifahrern in der Karibik. Wir wissen jetzt auf jeden Fall warum hier so viele streng gläubige Menschen sind. Viel mehr als Beten kann man da halt nicht.

In unserem Fall hatten wir einen ebensolchen Busfahrer erwischt und irgendwann haben wir einfach die Vorhänge zugemacht um nicht nach draußen schauen zu müssen. 🙂 Nachher kann man ja drüber lachen aber währenddessen will man nur nach Mama schreien.

santa-domingo-web-93-panama-73-p1050761

Die Busse haben übrigens einen ganz eigenen Charme 🙂 Könnte auch Indien sein, oder?

santa-domingo-web-94-panama-74-p1050765

Für unser Pärchen ging es heute raus ans Wasser. Stand-Up Paddeling ist eine Sportart, in der man sich auf einem großen Surfbrett stehend mit einem langen Paddel fortbewegt. Ist einerseits anstrengend aber andererseits bei ruhiger Wasseroberfläche auch super entspannend.

Und wie üblich hächeln drei Bekloppte bis oben bepackt mit Kameras hinterher und versuchen die Action irgendwie zu filmen. Das muss man sich so vorstellen, dass wir an der Location ankommen und dann unser ganzes Zeugs erstmal aufbauen müssen. Eine Videokamera für spontane Shots haben wir immer dabei aber ein 100-400mm Objektiv trägt man nicht am Gürtel mit sich herum.

santa-domingo-web-95-panama-75-p1050772

Meistens nutzen Rahel und Artur diese Zeit für ein bisschen Rumfotografieren. Also nicht Rum-Fotografieren sondern sie laufen durch die Gegend und suchen nach spannenden Motiven um die Aufgabe vom Vortag irgendwie zu meistern.

santa-domingo-web-96-panama-76-p1050774

Und während die beiden schon längst Fotos machen, sind wir immer noch am Rumbasteln. Also nicht am Rum-Basteln sondern am Rumtüfteln. 🙂

Man muss sich das so vorstellen, dass jeder von uns eine bestimmte Aufgabe übernimmt. Heute war ich z.B. mit den Tele-Aufnahmen vom Strand aus dran und Thilo musste mit auf das Boot. Marc hat sich auf die Suche nach Candy-Shots gemacht und auch das eine oder andere Foto von den ganzen Sachen fotografiert.

Sonst würde ich hier nämlich gar keine Fotos zeigen können, wenn niemand diese Fotos machen würde.

santa-domingo-web-97-panama-77-p1050777

So sehen übrigens die Boards aus. Sie sind relativ leicht, eben mit Luft gefüllt, dafür aber länger als erwartet.

santa-domingo-web-99-panama-79-p1050786

Und dann ging es auch schon raus aufs Wasser für die beiden. Wie es sich ziemlich schnell herausstellte, hatten wir einen großen Fehler gemacht. Thilo wollte mit“fahren“ und gleichzeitig Filmen. Das GLEICHZEITIG war der Denkfehler. Entweder man paddelt mit beiden Händen um mitzukommen oder man gammelt an einer Stelle rum und kommt nicht vorwärts. Dazu braucht es auch immer ein paar Stöße ins Wasser um Fahrt aufzunehmen und jeder Halt nimmt genau diese Grundgeschwindigkeit raus.

ERGO: Für Thilo war es verdammt schwierig, denn er musste Filmen und Paddeln und das war fast unmöglich.

Für Rahel und Artur ging es übrigens darum im und um das Wasser herum zu fotografieren. Also genau diese kleinen Stops machten es für unsere Videokameras dann doch wieder möglich ein paar tolle Szenen zu erwischen. Wären die beiden durchgehend in Bewegung geblieben, wären solche Aufnahmen nicht möglich gewesen. 🙂

santa-domingo-web-101-panama-81-p1050802

Und dann geht es auch schon wieder in den Bus und Richtung Schiff. Domrep – Santo Domingo ist jetzt keine Stadt die ich besonders schön fand. Der Aktivitätenausflug war spitze aber die Stadt selbst ist eben unfassbar schlimm. Drei!!! Millionen leben in der Stadt unter Verhältnissen, die man sonst wahrscheinlich nicht mit KARIBIK URLAUB verbinden würde. Ich habe auch nicht wirklich die gesamte Stadt gesehen und vielleicht mag die historische Altstadt auch besonders toll sein, nichtsdestotrotz sind es drei Millionen Menschen aufeinander gepfercht und das ist nur in den seltensten Fällen überhaupt schön.

Dieser Moloch einer Metropole ist Entwicklungsland schlechthin. Und daher fährt man sich auch einen Ast ab um aus Santo Domingo rauszukommen und selbst dort findet man nur ruhigere Gebiete außerhalb einer Großstadt und nicht wirkliche Karibik-Einsamkeit. Die DomRep hat selbst nicht besonders viele Einwohner. Ich glaub der Kapitän meinte heute was von 8 oder 9 Millionen. Und davon lebt ein Großteil eben in jeder Stadt, die auf Kolumbus Fusstapfen gebaut wurde.

Von daher gibt es bei mir die erste Warnung auf der Reise für zukünftige Kreuzfahrer. Santo Domingo ist nicht ohne und man muss die richtige Sache machen um der Stadt etwas abgewinnen zu können. Oder einfach mal einen Tag auf dem Schiff verbringen. Das geht ja auch!

santa-domingo-web-103-panama-83-p1050830

Was hilft ist – immer Spaß haben! Und da geben wir uns große Müh. UND, wir probieren immer jede Menge Blödsinn zu machen. Wie auf dem nächsten Foto wobei ich finde, dass Marc nicht wirklich mitmacht. Oder er macht schon eine Stufe weiter mit, beim Lachen. Aber das Posing muss er noch dringend intensivieren.

santa-domingo-web-102-panama-82-p1050817

Marcs und Martins Reise – Fototechnik an Bord

Natürlich darf auch heute die tägliche Dosis Technik-Talk nicht fehlen. Ich möchte kurz über Marcs und meine gemeinsame Ausrüstung hier in der Karibik sprechen. Wir haben uns für eine leichte Delux-Kombo entschieden. GX8 und G81 als Kameras mit den unfassbar genialen Linsen 8-18mm, 12mm und 42,5mm. Diese beiden Kameras und die drei Linsen wechseln wir die ganze Zeit umher. Das heißt wir haben immer eine Ersatzlinse und wenn einer von uns eine andere Linse braucht, dann wirft der jeweils andere die Linse einfach kurz rüber. Viel weniger kann man auf einer Reise nicht dabei haben ohne massive Qualitätsverluste in Kauf zu nehmen. Ganz im Gegenteil, unsere Kombo ist unfassbar schön. Alle Fotografen wissen, dass die Linsen das Foto machen, nicht nur die Kamera. Und es gibt keine schöneren MFT Linsen als diese drei. Ok, vielleicht noch das neue 50er von Olympus… 🙂

Der einzige Nachteil ist, dass Marc und ich beide um die GX8 kämpfen. Die finden wir beide schöner und angenehmer zu fotografieren, wenn obgleich die G81 die bessere Qualität abliefert und auch durch Sensorstabilisierung und Co. viel effizienter ist.

Aber ich möchte hier jetzt auch keinen Glaubenskrieg vom Zaun brechen. Ich wollte eigentlich nur mal gezeigt haben, was wir zum Fotografieren dabei haben. Auf jeden Fall zählt immer die goldene Regel. Linsen vor Kameras.

Wer sich jetzt fragt, warum überhaupt Lumix und keine andere Kamera, dem möchte ich auch kurz die Antwort darauf geben. Wir filmen seit fast 4 Jahren mit der GH4 und das tagein und tagaus. Selbst wenn eine Vollformatkamera vielleicht „cooler“ wäre, sie ist niemals praktischer. MFT ist die ideale Sensorgröße für eine Balance aus Look und Ausrüstungsvolumen. Ich liebe spiegellose Kameras mit digitalem Sucher und als Alternative hätte es nur unsere Sony Kameras gegeben. 35° C und 95% Luftfeuchtigkeit sind aber nicht die besten Freunde von 4K Videoaufnahmen.

Wir sind zu dritt geflogen, haben jeder 23kg Reisegepäck mit Delta Airlines und mussten Kleidung für 14 Tage mitnehmen. Daneben eine 4-Kamera Interview-Situation mit 4K Kameras samt Stativen und Licht, Ton und und und… Dazu Festplatten, Drohnen, Gimbals… sowas geht nur, wenn man auf jedes Gramm achtet und wir haben Objektive von 7 bis 400mm dabei.

santa-domingo-web-84-export64-p1020314santa-domingo-web-85-export65-p1020317santa-domingo-web-86-export66-p1020318santa-domingo-web-87-export67-p1020319santa-domingo-web-88-export68-p1020322

In diesem Sinne gehe ich jetzt besser auf das Pooldeck. Dort sind Marc und Thilo und halten den Cocktail für mich warm 🙂

Euer Martin

 

THANKS TO Aida Cruises, Panasonic, Manfrotto, Enjoyyourcamera.

Kommentare (2)

2 thoughts on “CRASHKURS: DAS PERFEKTE URLAUBSFOTO 08

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Anzeigen