22. März 2017


Unser 6. Tag steht an und langsam bildet sich ein klarer Rhythmus heraus. Dieser wird nur durcheinander gebracht durch die sich ändernden Liegezeiten der AidaMar in den unterschiedlichen Häfen. Zudem beginnen alle Ausflüge immer unterschiedlich und so müssen wir täglich den Start des Tages anpassen. Dazu kommt, dass beim Einlaufen der AidaMar der Kapitän gerne einmal 20 Minuten über die Lautsprecher spricht und uns damit jede Aufnahme unmöglich macht. UND, nicht zu vergessen, die Tatsache, dass wir eben noch andere Dinge unternehmen müssen.

Heute haben wir wieder verdammt früh angefangen. 6 Uhr aufstehen, 6.30 Uhr Aufbau des Sets, 7 Uhr Filmstart.

Kurzer Technik-Talk

Weil es natürlich extrem hell in der Karibik sein kann und wir unsere Drehs meistens in den frühen Morgenstunden machen, nutzen wir das LED Licht auch zum Aufhellen der Schatten. Zwar nur schwach, aber genau das ist der Unterschied, ob der Hintergrund komplett weiß ausgebrannt ist oder ob man noch eine schöne, aber dennoch leichte Zeichnung im Hintergrund sieht. Gerade beim Filmen mit V-Log. Mit einem NPF Akku von RED kann man lockern 4-5h auf voller Leistung ballern 🙂 und das ist echt hell! Zudem sind die Panels super flach und toll zu verstauen.

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St. Maarten

Zurück zur Arbeit auf der Kreuzfahrt. Wir befinden uns heute in St. Maarten. Das ist die Karibik-Insel mit dem berühmten Flughafen an dem die Jets einen vom Strand pusten beim Starten. Der Hafen ist jedenfalls ruhiger als der Flughafen und ich muss sagen, dass mir diese Insel extrem gut gefällt.

Kann vielleicht auch daran liegen, dass es sich de facto um „Europa“ handelt. Denn die Insel ist geteilt und wird sowohl von Holland als auch Frankreich eigen genannt. Man merkt auf jeden Fall einen europäischen Touch und für mich fühlt sich das einfach besser an. Die gesamte Insel ist in besserem Zustand als die gesamte DomRep. Häuser sind ordentlicher gebaut, Straßen machen mehr Sinn und es sind deutlich weniger Touristenfallen hier.

Scheinbar leben die Leute hier vom Tourismus, aber haben gelernt, dass Touristen nicht belästigt werden möchten.

Der Hafen ist sehr modern, frisch gebaut und einige schöne Segler liegen wirklich sehr prächtig am Kai. Wirklich ideale Foto-Motive und man fühlt sich auch etwas zurück versetzt in eine Zeit ohne Dieselmotoren.

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Das Ganze ist umso erstaunlicher, als dass neben der AidaMar auch 6 andere Schiffe im Hafen und gute 15000!!!! Touristen auf einen Schlag die Insel fluten. Das ist eine unvorstellbare Menge, aber beim Gedanken daran, dass die AidaMar als schwimmende Stadt schon 3000 Leute beherbergt, kommt man sowieso schon ins Grübeln. Trotzdem bleibe ich dabei. Die 15000 Touristen von sechs Schiffen merkt man weniger als die AidaMar alleine in der DomRep.

Love me tender… NOT

Luxuriös ist das Anlegen am Kai und dem Tendern echt vorzuziehen. Man kann einfach über eine Gangway ein- und aussteigen und mit den eigenen Füßen zum Taxi laufen und die Insel erkunden. Man braucht nicht auf ein Tenderboot zu warten und kann auch jederzeit zurück an Bord. Außerdem spart es kostbare Zeit am Morgen, denn das Tendern verschlingt viel Warte- und Fahrzeit.
Als Gruppe sind wir jedenfalls um 9 Uhr von der AidaMar gegangen und haben uns direkt zur ersten Tages-Aktivität begeben. Das genau ist ja der Sinn der Kreuzfahrt und des Crashkurses. Wir versuchen mit Rahel und Artur einen Urlaub zu erleben der verschiedenste fotografische Herausforderungen beinhaltet. Action muss genauso dazu gehören, wie entspanntes Rumgammeln am Strand. Leider nur für die beiden und nie für uns. Thilo verfolgt die beiden auf Schritt und Tritt und langsam hat es sich auch an Bord rumgesprochen.

Jeden Tag kommen irgendwelche selbsternannten Komiker um die 60 Jahre und fragen ob wir nen Porno drehen würden, nur um vor der eigenen Frau ein Späßchen gemacht zu haben. Bekommen dann einen bösen Blick ab und sagen dann noch höflich „Guten Tag“… freuen sich aber total innerlich beim Weggehen, dass sie so pervers waren… Wir lachen uns echt jedes Mal total schlapp.

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ATV = QUAD

Unser Ausflug heute war laut und roch nach Benzin. Im Bordprogramm heißt die Aktivität „Per ATV über St. Marten“ und bedeutet nix anderes als QUADFAHREN. Und ich kann jetzt schon verraten, es war besser als in unseren kühnsten Träumen.

Wir hatten mit viel kleineren Quads gerechnet, mit viel weniger PS und evtl. einer Drosselung. Pustekuchen… die Dinger waren eher getuned als gedrosselt und ich schätze 100-120km/h wären möglich gewesen.

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Da wir nicht aus purem Jux die Quads gefahren sind, haben wir uns jedoch ziemlich eingehend mit der filmischen Dokumentation beschäftigt. Die größte Herausforderung war für uns, dass es eben ein regulärer Ausflug war und wir nicht die einzigen der Truppe waren. Wir hatten zwar eine äußert kleine Truppe, aber trotzdem konnten wir nicht ständig die gesamte Gruppe aufhalten. Wir mussten also so filmen, dass die Fahrt ganz normal stattfinden konnte und das war gar nicht mal so einfach.

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Alles dreht sich ja für uns um die beiden Stars der Crashkurs-Strecke. Rahel und Artur stehen im Mittelpunkt. Thilo filmte das Ganze mit der GH5 bei 180fps, Marc kümmerte sich um die beiden GoPros und setzt bei jedem Halt beide GoPros komplett neu, meine Aufgabe war es die Drohne zu fliegen wenn möglich und sonst immer den Weitwinkel abzudecken.

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Im Endeffekt haben wir einfach eine Art Kommando-Taktik verfolgt. Einer von uns ist immer voraus gefahren und hat die Gruppe dann von vorne gefilmt während ein weiterer die Gruppe nach vorne heraus gefilmt hat.

Sobald unsere Gruppe einen kleinen Halt gemacht hat, musste Marc die GoPros umsetzen. Neue Halterungen kleben, Schraubklemmen anbringen und derlei Dinge.

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Hier sieht man übrigens die einzige gemeinsame Grenze von Holland und Frankreich :-)… Kurzzeitig hatten wir sogar französisches Handynetz 🙂 Allons enfants de la Partei…

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Kurz nach der Grenze ging es dann endlich OFFROAD und das machte das Filmen noch schwieriger. Die Gruppe nämlich wieder zu überholen, um sich vor die anderen Quads zu setzen ist schon auf der Straße schwierig gewesen. Aber im Gelände war es ein Ding der Unmöglichkeit. Dafür wurden wir in jeder kurzen Pause mit einer unfassbaren Sicht belohnt.

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Die Quadausfahrt hat uns die Karibik-Insel nochmals ganz anders gezeigt. Vor allem ist es neben der ganzen Arbeit einfach auch cool durch die Gegend zu brettern.

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WÄRE COOL GEWESEN… HÄTTE HÄTTE FAHRRADKETTE

Ich habe leider feststellen müssen, dass es sinnvoll gewesen wäre noch eine Sonnenblende für die Mavic mitzunehmen. Aber da wir uns die beiden Mavics erst kurz vor dem Trip geholt haben und wirklich an alles gedacht haben… BIS AUF DIE SONNENBLENDE, musste ich eben andere Lösungen finden. So kniet man halt auch mal unter einem Quad um ein bisschen Schatten auf das Handy zu bekommen.

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Dann ging es aber auch schon weiter. Hier sieht man z.B. mal ein Foto aus einem Video heraus geschnitten. Da war ich dann mit der Weitwinkelkamera voraus gerast, um beide zu filmen, wie sie den Berg runter fahren.

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Wir waren alle wirklich heilfroh, als wir nach knapp 2h endlich eine längere Pause machen durften. Unser Quad-Leiter James brachte uns an einen wundervollen Strand im Norden der Insel und setzt uns in einer schicken Reggae Bar ab. Dort gab es eiskalte Kohle und einen grandiosen Blick.

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Das Wasser war wirklich unfassbar klar und die türkise Blau war atemberaubend. Die wenigen Boote in der Bucht rundeten das perfekte Karibik-Flair ab.

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Perfekte Orte für unsere klassischen K&G Rücken-Fotos. Und bevor jemand fragt… Fotorucksäcke sind unsere Handtaschen und Schuhe.

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Da ging es auch schon weiter in unserer kleinen Gruppe. Und immer wieder gab es kleine Stopps. Ein Stopp danach war fürchterlich. Touristrand und ich denke James merkte unser Empfinden, nachdem keiner von uns überhaupt vom Quad abstieg, geschweige denn den Motor ausmachte. Also ging es direkt weiter an eine wirklich tolle Küstenstraße. Ich wollte so gerne die Drohne aufsteigen lassen, aber leider war dafür nicht genügend Zeit. Die Straße hatte keine Masten und keine sonstigen Hindernisse und wäre ideal gewesen um das Tracking der beiden Quads zu nutzen.

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Also gab es wieder etwas reguläre Foto-Action von Rahel und Artur und wir waren wieder simultan mit Filmen beschäftigt. Ist schon ein komisches Trüppchen! Da kommen zwei die machen Fotos und drei Leute rennen mit Kameras hinterher und filmen das Ganze.

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Empfehlung des Tages

Was wir beim Quadfahren übrigens gemerkt haben, ist die Tatsache, dass diese PeakDesign Gurt-Halterung echt das Beste ist, was man für schnelle Action-Reportage haben kann. Die Kamera hängt oben sicher an Brusthöhe, stört gar nicht was die Bewegung unten herum angeht und ist jederzeit im Zugriff.

Wir sind wirklich mit 60-70km über nicht ideale Straße gerast, haben Schlaglöcher und OffRoad Straßen bekämpft und die Kamera war immer sicher und gleichzeitig im sofortigen Zugriff. Echt super empfehlenswert.

Übrigens sieht man auf dem Foto auch mal, wie sehr die GH5 gerade leidet. Alles ist hier klamm und feucht. Das Salz in der Luft ist so stark, dass wir jeden Abend Salzablagerungen auf der Kamera haben. Sand und Sonne tun ihr Übriges. Gerade heute war die Kamera mal so heiß geworden durch die Sonne, dass jeder von uns echt erschrocken ist beim Griff ans Gehäuse.

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Dafür kann ich aber berichten, dass die beiden wirklich einen großartigen Job machen. Die Bilder die Rahel und Artur machen sind schon bei Tag Nr. 5 jenseits von „gewöhnlich“ und der Crashkurs fruchtet. Sieht man ja schon an der obigen Haltung von Rahel die sofort gelernt hat, dass man sich für tolle Fotos dreckig machen muss. 🙂

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Sie ist natürlich auch ein Hingucker und kommt hier in der Karibik besonders gut an. Einige Türchen hat sie für uns schon geöffnet.

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Nach circa viereinhalb Stunden war das Quadfahren vorbei und ich schreibe sowohl leider als auch Gottseidank. Es ging nämlich wirklich an die Substanz und wir waren die ganze Zeit in der prallen Sonne. Und hier ist die Sonne etwas stärker als auf Malle. Wir waren wirklich fix und foxi auch durch die körperliche und geistige Anstrengung des Filmens.

Artur und Rahel sind mit Thilo nochmals ne Runde nach Philippsburg gegangen und haben etwas auf den Straßen der Karibikstadt fotografiert, während ich im Schiffsbauch hocke und den Beitrag verfasse.

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Technik-Infos Nr. 2

Unseren gesamten Crashkurs filmen wir mit GH4 Kameras. Ich schreibe auch gerne warum. Wir arbeiten ja auch extrem viel mit der Sony Alpha Serie gerade im Videobereich. Die Alpha Serie ist aber noch nicht so ausgereift für derlei Reportage Jobs wie die Panasonic. Das Hitzeproblem und das Akkuproblem müssen irgendwie noch in den Griff bekommen werden. Gerade beim 4K Filmen merkt man das deutlich. Bei Produktionen mit der Sony Alpha 7 nutzen wir externe V-MountAkkus und nehmen meistens auch extern über einen Shogun auf. Damit umgeht man Hitze als auch Akkuthematik, schleppt aber ordentlich viel Zeugs mit sich herum. Die Sony bleibt halt einfach genial in Punkto Bildlook und Sensor. Dafür nimmt man auch einiges Zusatzzubehör in Kauf. Wäre aber für diesen Job hier unmöglich gewesen.

Die GH4 ist jetzt nicht mehr die neuste Kamera, filmt aber 4K mit 30fps, die Objektive sind klein und handlich und ein voller Akku muss erst nach 1-3 Stunden filmen getauscht werden. Hier in der Karibik haben wir nur 3x23kg plus Handgepäck dabei und da muss auch noch Kleidung für 14 Tage dabei sein. Die GH4 ist ein wirkliches Arbeitstier und unsere Kameras haben uns schon viele Jahre begleitet. Sie mögen etwas in die Jahre gekommen sein, machen aber vorzügliches Videofootage.

Die GH5 hingegen ist ein ganz anderes Monster und stellt fast alles in den Schatten, was es im Videobereich gibt. Gerade die SlowMotion Funktion und die Bildstabilisierung zusammen mit der Robustheit, dem Fokus und der Laufleistung sind unfassbar. Wir haben die GH5 zum ersten Male auf einer wirklichen Produktion dabei und testen gerade alles auf Herz und Nieren, bevor wir im April für Porsche produzieren werden. Es gilt also noch Einiges zu testen und die Grenzen der Kamera wirklich auszuloten.

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In diesem Sinne wünsche ich euch eine angenehme Nachtruhe. Für uns startet der Tag gerade…

Marc, Thilo und euer Martin


THANKS TO Aida Cruises, Panasonic, Manfrotto, Enjoyyourcamera.

Kommentare (1)

One thought on “CRASHKURS: DAS PERFEKTE URLAUBSFOTO 06

  1. Ich frag mich derweil, ob ich beim Capture Pro ein Montagsmodell erwischt habe. Gerade bei den Messenger Bags stelle ich immer wieder fest, dass die Schraube für die Kameraplatte sich lockert und wenn man nicht aufpasst die Kamera dann auch mal gerne herunterfällt.

    Danke für den sehr ausführlichen Report von Euch und viel Spaß noch!

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