11. April 2017


Es geht mal wieder los… 🙂 Tägliche Waschstraßen-Saubermach-Runden und viele km auf den Straßen. Warum dieses Mal? Um Fotos und Videos für Porsche mit auf der Festplatte nach Hause zu nehmen.

Mit dieser Bildstrecke möchte ich alle interessierten Fotografen an unserer Produktion teilhaben lassen. Ich werde versuchen täglich einen Beitrag über den vorherigen Post zu schreiben. Ich hoffe, dass die Produktion selbst nicht darunter leider. Sollte das passieren, dann werde ich die Beiträge nachreichen. Ich gebe aber mein Bestes euch jeden Abend mit den Neuigkeiten zu versorgen und werde schauen, dass ich die 2-3 Stunden für das Aussortieren der Fotos, das Hochladen und den dazugehörigen Text noch schaffe, bevor meine Äuglein ganz zufallen.

Also zurück zur Produktion. Wir machen eine kombinierte Foto- und Videoproduktion und haben die Aufgabe eine bestimmte Anzahl an Fotos mit einem bestimmten Look und einer bestimmten Aussage zu machen und währenddessen entsteht noch ein kurzer Clip. Bewegtbild ist immer wichtiger für die Werbekanäle der Firmen und wir haben den Vorteil, dass wir seit vielen Jahren uns darauf konzentriert haben, beide Formate in einer Produktion zu bedienen.

Mir ist klar, dass die Videofilmer sich dabei oft angekreidet fühlen und behaupten, dass man Foto und Video nicht verbinden könne. Mir ist auch klar dass die Fotografen sich von Video bedroht fühlen und ebenfalls behaupten, dass eine Kombo nicht möglich sei.

Ich sehe das ganz einfach. JA, es wäre idealer nur eine Sache zu machen und sich darauf zu konzentrieren. Es ist aber leider nun mal Fakt, dass viele Firmen beide Dinge vereint haben wollen und natürlich kann man den Kunden wegschicken und sagen, dass man nicht Foto und Video macht. Kann man, muss man aber nicht :-).

Für uns ist es natürlich auch schwierig. Die Ausrüstung passt sich daran an, die Arbeitsweisen ebenfalls und natürlich auch die Ergebnisse. Man nimmt andere Dinge zum Arbeiten mit, man arbeitet anders im Workflow und natürlich bekommt man auch ein anderes Ergebnis heraus. Dafür hat man aber beide medialen Spielarten in einem abgedeckt und vielen heutigen Kunden ist das viel mehr wert als ein Fotograf, der nur seine Fotos im Kopf hat und ein Videomann, der nur in Bewegtbild denkt. Man darf natürlich eine Sache nicht vergessen. Jeder Auftrag muss von Firmen auch gehandhabt werden, es müssen Emails geschrieben, Angebote abgeklärt und Aufträge dann gebrieft werden. Viele Marketingdepartments sparen sich auch selbst viel Arbeit und Zeit, wenn beide Wünsche in einem abgehandelt werden.

Nochmals, ich behaupte nicht, dass es das ideale in Punkto Ergebnis sein muss, wenn man es aber richtig macht, dann bringt man tolles Material nach Hause und hat ein riesiges Freistellungsmerkmal. Zur Ausrüstung kann ich ja morgen nochmals etwas schreiben. Heute möchte ich mit dem eigentlichen Beitrag beginnen.

Mir geht es auch etwas um den Fakt, dass ich vermeiden möchte, dass der Eindruck entsteht, dass wir hier die Prollos vom Herrn wären und unser Leben mit Spaß und schicken Autos verbringen würden. Natürlich haben wir unseren Spaß, die Arbeit sieht man meistens eben nicht.

Aufgestanden sind wir gestern z.B. um 3.30 Uhr nachdem bis um 1 Uhr nachts noch gepackt wurde, weil ich das Wochenende einen Workshop hatte und der erst Sonntag um 18 Uhr vorbei war.

Wir haben mehrere Rucksäcke mit Ausrüstung getrennt nach Verwendung. Kamera, Zubehör, Drohne, Stabilisierung, Datensicherung und Computer, Licht etc.

Dann ging es erstmal Richtung Darmstadt. Zum Team selbst werde ich morgen noch etwas schreiben, es gibt eine kleine Besonderheit… 🙂 In Darmstadt wurde das Team dann vervollständig und zusammen ging es weiter Richtung Zuffenhausen ins Hauptwerk von Porsche.

Und wer es nicht weiß, für mich ist das Heimat. Aufgewachsen in Fellbach bei Stuttgart bin ich schon mit den ersten Schulausflügen ins Porsche Museum gegangen und hab mir damals die tollen 911er angeschaut. Dass ich Jahre später mal für Porsche Fotos und Videos machen würde, davon hätte ich damals nie geträumt.

Porsche fahren ist eine Sache aber mit dem Auto zu arbeiten eine ganz andere Erfahrung. Man nimmt Formen und Führungen anders war, fragt sich nach dem Sweet-Spot des Autos und überlegt, was man genau zeigen möchte.

Die Energie, den Antrieb nach vorne hinaus oder eher die schnittige Linie und die flache Sportwagenhaube aus dem Blick von vorne.

Angekommen im Werk gab es dann schnell den Wagen, das ganze Briefing war ja die Tage schon passiert und gegen 8.30 Uhr hatten wir unseren Wagen und konnten los flitzen.

Falsch gedacht, erstmal ging es zur nächsten Kaffee-Internet-Behausung und sowohl der Koffeinspeicher wurde aufgetankt als auch die neuesten Wetterkarten gecheckt.

Wir fahren in die Alpen und wollen in den Hochalpen fotografieren. Wir haben uns viel informiert aber früh festgestellt, dass die Planbarkeit sehr vom Wetter abhängig ist. Viele Pässe sind noch geschlossen und nur weil es gerade in Zürich oder Innsbruck Sonne hat, heißt das nicht, dass es in einem Alpental auf 2200m auch Sonne hat. 🙂

Und dann ging es los. Die restlichen 300km in die Alpen mussten geschafft werden.

Und da wären wir wieder beim Spaß/Arbeits-Problem. Wir haben keinen Porsche um damit durch die Gegend zu rasen. 1. ist der Wagen astrein als Werksfahrzeug erkennbar und das Nummernschild S-GO 4115 zeigt deutlich, dass das ein Porsche Fahrzeug ist. Rasen ist da nicht! Und zum anderen haben wir ein klares Ziel. Wir müssen so schnell wie möglich mit dem Fotografieren und Filmen anfangen, denn am Freitag ist die Rückgabe des Fahrzeuges angesetzt und für schöne Umwege ist da keine Zeit.

Und genau das muss man eben auch mal sagen. Natürlich ist es schön ein solches Auto mal zu fahren. Nur machen wir es eben mit einem Ziel und mit einem gewissen Druck im Nacken. Das ist kein sonntäglicher Cabrio-Ausflug mit Papa.

Lustig ist bloß die Tatsache, dass wir den Kofferraum des Porsches direkt mit Wasser, Alkfreiradler und Energiesnacks vollgepackt haben. 🙂 Sicher ist sicher und beim Fotografieren und Filmen vergisst man super schnell zu trinken und zu essen. Auch wenn wir nicht so aussehen aber das gibt sehr schnell Kopfschmerzen und Müdigkeit.

Kaum angekommen in der Schweiz, war es auch schon wieder soweit. Auto sauber machen 🙂 Kennen wir ja irgendwoher und wird uns jetzt täglich begegnen. Wir haben Mikrofaser-Tücher und Lederlappen dabei aber den groben Dreck muss man einfach nur so oft wie möglich weg machen!

Endlich konnten wir los legen mit der Arbeit und was soll ich sagen, der gestrige Tag war wunderprächtig in Punkto Wetter. Ein Grund in die Schweiz und nicht nach Österreich zu fahren war die Tatsache, dass wir viele Drohnen und Luftaufnahmen benötigen und die rechtliche Lage in der Schweiz sehr viel produktiver ist als in Österreich.

Dann konnten wir auch endlich die Filmausrüstung aktivieren. Wir arbeiten mit einer GH5 mit einem InfernoNinja und können damit 10bit bzw. 4k60fps aufnehmen. Das gibt uns zwar nicht die Möglichkeit einer Rohdatei aber zusammen mit dem L-Log der GH5 haben wir doch deutliche Dynamik und Farb-Vorteile für die Videoproduktion.

Fotografieren werden wir auch mit einer Gh5. Damit sparen wir uns eine doppelte Ausrüstung. Es ist aber nicht nur so, dass wir keine „richtige“ Fotokamera mitnehmen wollen, die GH5 ist eine grandiose Fotokamera. Die Objektive sind klein und handlich und die Dynamik wurde zur GH4 nochmals deutlich verbessert.

Für uns sind besonders wichtig Objektive mit wenig CAs (wegen den Reflexionen am Auto!) und wir benötigen eine hohe Farbneutralität.

Kaum wollten wir übrigens das erste Mal die Drohne fliegen lassen, kam direkt die Bitte zum Update der Firmware… 45 Minuten gewartet und erst dem Download der 3G Verbindung zugeschaut und dann dem Update-Balken auf dem Handy.

…währenddessen die schöne Landschaft bewundert…

…und plötzlich wurde das zweite Update verlangt. Da sitzt man in einem anderen Land, hat nur Handyempfang und plötzlich soll man 450MB an Updates fahren… aus dem nichts heraus wo am Vortag davon noch gar nix zu sehen war.

…ich hasse sowas!

Wenigstens konnten wir die Zeit für etwas Mittagspause nutzen und uns gemütlich auf 1200m einen Salat gönnen. Wir müssen uns einfach besser ernähren… vor allem ich!

Auch mussten wir etwas auf die richtige Sonnenposition warten bevor wir mit dem Drehen anfangen konnten. Dann aber ging es endlich los. Die ersten Aufnahmen waren Fahraufnahmen aus dem Bus heraus. Da kann man hinten die Heckklappe offen lassen und den Sitz im Fahrzeug nach hinten umdrehen. So kann jemand mit Kamera und Stativ bewaffnet tolle Aufnahmen vom Auto erstellen.

Sieht etwas komisch aus, funktioniert aber echt Bombe.

Als nächstes kamen die Aufnahmen aus tiefer Position und dafür braucht man Saugnäpfe. Am Besten zwei oder drei Saugnäpfe um einerseits Vibrationen zu reduzieren und andererseits ein Halte-BackUp zu haben. Und ja, wir hängen wirklich eine Kamera bei 50-60km am Auto außen dran. Und ja, wir hoffen, dass die Kamera nach der Fahrt noch da ist. 🙂

Besonders toll ist natürlich, dass wir die Aufnahme aus dem Auto heraus starten und überprüfen können. Da wir mit dem InfernoNinja aufnehmen kann die Person im Fahrzeug die Aufnahme per Knopfdruck starten und beenden und so den Datenmüll reduzieren.

Bei den Fotos machen wir eine leicht andere Sache. Da nutzen wir die WLAN-Steuerung der Kamera um die Fotos auszulösen und richtig zu belichten.

Die meisten Fotos haben wir gestern mit 1/20s aufgenommen und mit Graufilter und f11 bei ISO400 gearbeitet.

Und immer wieder wurde die kleine Drohne in den Himmel geschickt. Oft nur für 5-10 Minuten um eine kleine Szene aus der Luft an einer tollen Kurve oder einer grandiosen Geraden zu filmen.

Bis zu dem Punkt, dass die Sonne dann leider ganz weg war und wir ins Tal ins Hotel gefahren sind. Wir buchen jeden Abend spontan über das Handy ein nahes Hotel und schauen, dass wir die Zeit so lange wie möglich nutzen können. Wir haben eine Nacht auf einem Pass geplant. Um Zeitrafferaufnahmen zu machen werden wir so wie es ausschaut sogar eine Nacht im Auto verbringen. Da freue ich mich jetzt schon drauf! NICHT!

Aber hey… eine Sache muss man sagen! Die Schweiz ist einfach eine grandiose Landschaft und gerade die Alpen-Pässe sind visuelle Erlebnisse. Ich frage mich wirklich, warum Menschen extra durch einen Tunnel fahren, wenn man so etwas genießen kann… (das war eine halbernst gemeinte Frage!!! :-))

Gute Nacht und hoffentlich bis morgen!

Lieben Gruß

Martin

PS: Es ist keine Zeit für Korrekturlesen :-)! Fehler dürfen behalten werden!

Kommentare (2)

2 thoughts on “EINE PRODUKTION MIT K&G – 01

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